25.05.2013

Martin Henning

Gute Vorsätze für 2012 – Nicht lang schnacken, anpacken!

Martin Henning

Gute Vorsätze für 2012 – Nicht lang schnacken, anpacken!

22.12.2011

Noch wenige Tage, dann war es das schon wieder mit 2011. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der sich unzufriedene Menschen Gedanken machen, was sie denn nächstes Jahr wieder erreichen wollen, aber nicht in die Tat umsetzen möchten. Hierzulande bezeichnet man das als Vorsatz. Wahrscheinlich sind Sie, der diesen Artikel gerade liest, über einen Suchmaschineneintrag auf diese Seite gestoßen und erhoffen sich Tipps für einen guten Vorsatz vom Autor. Mal sehen, was sich machen lässt…

Auch das Jahr 2011 ist in Sachen gute Vorsätze wieder ganz vorne dabei. Eine aktuelle Forsa-Umfrage unter 1.008 Bundesbürgern ergab, dass man 2012 vor allem das Zuhause samt Garten und/oder Balkon verschönern möchte. Ganze 50 Prozent der Befragten gaben diesen Wunsch an. Auf Platz zwei und drei landeten “Mehr Sport treiben“ (45 Prozent) und „Mehr Zeit fürs Hobby nehmen“ (42 Prozent). 25 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer möchten im nächsten Jahr abnehmen, zudem ist bei mehr als jedem fünften Unter-30-jährigen (22 Prozent) fest eingeplant, mit dem Rauchen aufzuhören.

Demgegenüber gaben 18 Prozent an, dass sie für 2012 gar keine Vorsätze haben. Sind diese 18 Prozent jetzt glücklicher als die restlichen 82 Prozent und müssen nichts mehr an ihrem Leben verbessern? Oder gestehen sie sich ihre Faulheit einfach ein und geben schon im Vorhinein auf? Muss ich mir als Leser dieses Artikels überhaupt Gedanken um Vorsätze machen? Und wenn ja, was muss ich an mir verändern, damit ich meine Vorsätze (zum ersten Mal seit 25 Jahren) auch wirklich einhalte?

Der Zwang, sich verbessern zu wollen

Gehen wir der Sache doch einfach Frage für Frage nach. Ein kleiner Teil der 18 Prozent ist sicherlich mit ihrem/seinem Leben so zufrieden, dass sie/er kein Bedarf an Vorsätzen für das neue Jahr hat. Es hat mit einer gewissen Gelassenheit und Fairness sich selbst gegenüber zu tun, zu sagen: Ich kann mir nichts vorwerfen - so, wie ich lebe, ist es okay. Einen Großteil dieser 18 Prozent interessiert das ganze Regel-Aufstellen aber gar nicht.

Hat das etwas mit Faulheit und Aufgeben zu tun? Diese Frage sollte sich eigentlich nicht stellen, denn viel wichtiger ist die Frage: Bin ich überhaupt darauf angewiesen, zum Ende eines jeden Jahres die letzten 365 Tage zu reflektieren und mir darauf aufbauend Handlungsanweisungen für die Zukunft zu erteilen? Sind wir nicht sowieso schon in einem ständigen „Ich-muss-mich-verbessern-Modus“, angefeuert durch reißerische Online- und Printartikel wie „In 10 Tagen zur Traumfigur“, „So erleben Sie den Sex Ihres Lebens“ und „Mit diesem Training werden Sie zum Topathleten“?

Dies schließt an die oben gestellte Frage an, ob man sich überhaupt Gedanken um Vorsätze zum neuen Jahr machen sollte. Beachtet man die erwähnten Themen in Zeitschriften und Blogs und die teilweise extremen Körperideale, die in den Medien propagiert werden, könnte man zum Schluss kommen, dass die Menschen zur Schaffung von Vorsätzen fast schon gezwungen werden. So kommt es, dass wir fast täglich neue Vorsätze formulieren. Zwar leben wir in einer privilegierten Welt, sind gesund und genießen eine hohe Bildung - aber Sex haben wir nur vier Mal in der Woche. Und außerdem macht der Bauch immer noch ganz fiese Speckfalten, wenn man sich hinsetzt. Jessica Alba würde so etwas nie passieren.

Unzufrieden, obwohl man zufrieden sein sollte

All dies begünstigt teilweise extrem verzerrte Wahrnehmungen. Eine groß angelegte Studie des Marktforschungsinstitutes Marketagent in Deutschland, Österreich und der Schweiz belegt, dass mehr als die Hälfte aller Frauen und Männer zwischen 14 und 65 Jahren mit ihrem Körper unzufrieden sind und ihre Figur verändern möchten – obwohl sie einen optimalen BMI haben und regelmäßig Sport treiben. Laut Untersuchung sind gerade deutsche Bürger unzufrieden mit ihrem Gewicht. Sport wird nach Aussage der Befragten oft nur getrieben, um in Form zu bleiben.

Körperliche Betätigung also als reine Verhinderungsmaßnahme? Klar ist: Wo der Spaß fehlt, fehlt irgendwann auch die Motivation. So oder ganz ähnlich dürfte es Ihnen bei Ihren letzten zwei Dutzend Fehlversuchen ergangen sein, als Sie sich sicher waren, die Vorsätze auf jeden Fall in die Tat umsetzen zu können. Damit die Reduktion um zwei Kleidergrößen oder der Verzicht auf Zigaretten also dauerhaft funktioniert, müssen Sie auch daran glauben. So weit verständlich, oder? Aber auch wenig gehaltvoll, nicht wahr? Keine Sorge, hier ist der Artikel noch nicht zu Ende. Ratschläge folgen.

Ob Sie sich Gedanken über gute Vorsätze machen sollten, können Sie letztlich nur selbst entscheiden. Manchen Menschen macht es Spaß, To-do-Listen abzuhaken und sich immer neue Ziele zu stecken. Für diese Personen macht das Prozedere durchaus Sinn. Auch für Menschen, die sich anders nicht (mehr) motivieren können, ist es eine Möglichkeit. Wenn sie allerdings nicht aus eigener Überzeugung (also nur aus extrinsischer Motivation) heraus entstehen oder lediglich psychischen Druck aufbauen, sind Vorsätze keine gute Idee.

Nicht zu viel auf einmal

Möchten Sie dennoch nicht auf Selbstreglementierung verzichten, so tun Sie sich wenigstens den Gefallen, auf bestimmte Aspekte zu achten. Erstens: Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor. Wer erwartet, dass sich der Bauchumfang innerhalb von vier Wochen um 15 cm verringern lässt, kann sich gleich auf frustvolle Erfahrungen einstellen. Besser ist es, in Etappen zu denken und sich realistische Ziele zu stecken. Dabei können auch Misserfolge entstehen. Planen Sie diese bewusst ein, denn Regelverletzungen und Rückschläge gehören dazu.

Zweitens: Formulieren Sie Ihre Ziele genau. „Ich möchte fit werden“ reicht nicht aus. „Ich möchte zweimal pro Woche drei Kilometer laufen“ ist da schon besser. Das hilft, den roten Faden nicht zu verlieren. Ebenfalls hilfreich ist es, sich schon zu Beginn genau vorzustellen, was die Veränderungen für Vorteile mit sich bringen. Auf diese Weise erzeugen Sie positive Gefühle und motivieren sich für die kommenden Aufgaben. Halten Sie die Vorsätze zudem schriftlich fest. Ein kleiner Zettel am Kühlschrank appelliert erfolgreich an das schlechte Gewissen.

Der Zeitpunkt muss passen – dann aber auch ran an den Speck

Drittens: Der Zeitpunkt muss passen. Vorsätze werden bekanntlich meist zum neuen Jahr gefasst. Wer jedoch in den Wintermonaten besonders matt ist oder zu Hause und im Job viel Stress hat, wird wohl kaum den Spanisch-Intensivkurs besuchen oder 25 Kilometer pro Woche schwimmen. Wählen Sie daher Zeitfenster, die nicht bereits mit dutzenden Verpflichtungen vollgestopft sind.

Viertens: Ganz wichtig – haben Sie einmal angefangen, müssen Sie die Sache natürlich auch durchziehen. Ein Mindestmaß an Disziplin ist dabei Pflicht. Meldet sich der innere Schweinehund mal wieder, heißt es: Nicht denken, machen! Hat sich nach gewisser Zeit die Routine eingestellt, kommen die Zweifel immer seltener. Dann ist die Aufgabe zum Teil des Alltags geworden. Wenn Sie sich Gleichgesinnte suchen oder Freunde oder Bekannte in das Projekt einbinden, fällt es noch leichter.

Beachten Sie diese Punkte, haben Ihre Vorsätze gute Chancen auf Erfüllung. Wer es trotzdem nicht auf Anhieb schafft, sollte nicht verzweifeln. Das Jahr hat schließlich 365 Tage. Und Silvester ist für eine Lebensveränderung nicht besser oder schlechter geeignet als irgendein anderer Zeitpunkt.
 

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