02.10.2014

Christoph Raab

Stress, seine Folgen und der Umgang mit ihm

Christoph Raab

Stress, seine Folgen und der Umgang mit ihm

22.04.2013

Wir leben schon in einer komischen Zeit. Immer wieder liest man in Zeitungen und im Internet Artikel über steigende Krankheitszahlung, bedingt durch Burnout. Gleichzeitig könnte man stellenweise meinen, dass Stress zu einem neuen Statussymbol geworden ist. Je mehr man zu tun hat und je höher die Belastungen sind, die man erträgt, umso höher ist das Ansehen und umso schneller steigt man die Karriereleiter hinauf. Allerdings birgt Stress vielerlei Gefahren. Zum einen steigt die Fehleranfälligkeit. Menschen, die so schon viel zu tun haben, treffen schlechte Entscheidungen. Sie reagieren automatisch statt überlegt, wodurch wichtige Aspekte unter Umständen unberücksichtigt bleiben. Zum anderen kann Stress auf Dauer zu Krankheiten führen. Manche Fachleute sprechen davon, dass etwa zwei Drittel aller Krankheiten ihren Ursprung in der Psyche haben.

Leider nehmen viel zu viele Menschen Stress nicht wirklich ernst. Sie hören nicht auf ihren Körper und die Signale, die er ihnen gibt. Dabei sind einige Zeichen offensichtlich. Nicht ohne Grund hat man sprichwörtlich „die Nase voll“ von etwas und bekommt eine Erkältung, wenn man für längere Zeit etwas tun muss, was man eigentlich gar nicht machen will. Aber auch Haarausfall, Nackenschmerzen, feuchte Hände, Hautprobleme und Rückenschmerzen können klare Hinweise des eigenen Organismus sein, dass man lieber einen Gang zurückschalten sollte.

Oft reagieren Menschen aber erst dann, wenn es fast schon zu spät ist. Solange es noch einigermaßen geht, machen sie weiter und weiter. Stoßen sie dann an eine Grenze, versuchen sie durch Therapien oder Medizin möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, meistens verbunden mit großen Schmerzen und viel Geld. Dabei ist es sehr einfach, sich mit geringem Aufwand und wenig Kosten präventiv, in aller Ruhe und bei bestem Befinden,  Strategien für den Umgang mit Stress anzueignen und zu trainieren. Auf diese kann man dann in Zeiten von hoher Belastung zurückgreifen, was zum großen Teil sogar automatisch passiert.    

Autogenes Training  

Eine bewährte Möglichkeit ist das Autogene Training. Hierbei handelt es sich um eine Entspannungsmethode, die mit einer Form von Selbsthypnose kombiniert wird. Liegend oder sitzend konzentriert man sich auf seinen Körper, suggeriert sich zunächst dabei Schwere und Wärme im Arm. Mit etwas Übung entspannen sich die Muskeln und Blutgefäße des Arms, wodurch er tatsächlich schwerer und wärmer wird. Nach einigen Trainingsstunden übertragen sich diese Erscheinungen auf den restlichen Körper. Später kommen Übungen für Herz, Atmung, Schultern usw. hinzu, bis man es schließlich schafft, den gesamten Körper zu entspannen. Schon nach wenigen Monaten des täglichen Übens erzielt man wirkliche Erfolge und hat ein Werkzeug an der Hand, mit dem man schnell neue Energie tanken kann, falls es mal wieder etwas heißer hergehen sollte. Zudem können eigene formelhafte Vorsätze bei allerlei Problemen helfen – von Einschlafproblemen über Hauterkrankungen bis hin zu Schmerzen und Ängsten. Autogenes Training ist ein wirklich allumfassendes Mittel, mit dem sich Menschen auf sehr einfache Art und Weise selbst helfen und heilen können.  

Meditation

Eine andere Methode ist die Meditation. Hierbei geht es einfach gesagt darum, den Verstand auszuschalten und sich für einige Zeit auf seinen Atem zu konzentrieren. Die Gedanken und Gefühle, die während dieser Zeit immer wieder aufkommen, werden beobachtet und dann losgelassen, sodass die Aufmerksamkeit wieder zurück zum Atem gelenkt werden kann. Dieser Fokus bringt eine innere Ruhe mit sich, die mit der Zeit zur Gewohnheit wird. Die Stressresistenz steigt schon nach wenigen Wochen des täglichen Übens nachweisbar und vor allem auch spürbar. Der Vorteil ist, dass man praktisch überall und zu jeder Zeit meditieren kann und so seine Achtsamkeit schult. In dieser Ruhe und Achtsamkeit lernt man, wieder Kontakt zu seinem Körper aufzubauen und seine Signale zu verstehen. Ein schöner Nebeneffekt ist eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit, sowie die Chance auf wirkliche Glückserlebnisse mit sich selbst.

Das „Wie“ ist Nebensache  

Neben diesen beiden Entspannungsübungen gibt es vermutlich unzählige weitere Methoden und Variationen davon. Dabei stellt sich zwangsläufig die Frage, wie und wie lange man üben soll, damit sich positive Effekte einstellen. Erfahrungsgemäß reichen schon 15 Minuten täglich, in denen man Entspannung trainiert. Ob das durch Autogenes Training passiert, in Meditation oder einer der anderen vielen Entspannungsmethoden, ist im Prinzip egal. Wichtig ist, dass jeder für sich eine Möglichkeit findet, die persönlich Spaß macht und die man gerne regelmäßig ausübt.        
 

Christoph Raab, www.umgangmitstress.de

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