21.05.2012
Ziel der Studie war es, herauszufinden, was die Bürger für ihr Allgemeinbefinden tun. Laut Umfrage gehört bewusstes Essen meist nicht dazu. Bei der Frage, was ihr Wohlbefinden positiv beeinflusst, nennen weniger als die Hälfte der Befragten (43 Prozent) Ernährung. Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag essen sogar nur sieben Prozent. An Unwissenheit liegt dies nicht: 75 Prozent ist die Regel „5 am Tag“ bekannt. Eine Ernährungsumstellung kommt dennoch nur für 41 Prozent der Frauen und 26 Prozent der Männer in Frage.
Zwar verbinden laut Studie 93 Prozent der Befragten Wohlbefinden mit Gesundheit, doch offensichtlich wird die Verbindung zwischen Ernährung und Gesundheit oft nicht gezogen. Für den Sport- und Ernährungsmediziner Dr. Thomas Kurscheid ein großer Fehler: „Ein gesunder Lebenswandel mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung führt zur Ausschüttung des Glückshormons Serotonin und beeinflusst die Lebenszufriedenheit positiv. Unsere innere Balance fängt bei der Ernährung an.“
Ein zentraler Faktor für allgemeines Wohlbefinden ist das Sporttreiben. Für 49 Prozent geht es bei sportlicher Aktivität vor allem darum, sich gut zu fühlen und körperlich leistungsfähig zu bleiben. Während Männer vor allem den Erhalt der Leistungsfähigkeit anstreben (48 Prozent), treiben Frauen Sport hauptsächlich um der Figur willen (37 Prozent).
Die Komponenten für das Wohlbefinden sind also eindeutig. Zeitdruck als Grund für ungesundes Verhalten anzugeben, ist laut Dr. Kurscheid nicht legitim: „Sich ausgewogen zu ernähren und sportlich zu betätigen ist keine Frage der Zeit, sondern eine Frage von Bewusstsein. Jeder kann sich um seine Balance kümmern - ohne Stress und mit wenig Aufwand.“ Jeder müsse selbst aktiv werden. Dazu gehöre, kritisch die eigene Lebenssituation und Ernährung zu beobachten und notfalls Veränderungen vorzunehmen.
