17.04.2012
Die Wissenschaftler werteten für die Studie Langzeitmessungen von 13 Ländern aus. Während die Blütenstaubbelastung im urbanen Raum im Durchschnitt um die erwähnten drei Prozent zulegte, sei in den ländlichen Gebieten ein Zuwachs von ein Prozent pro Jahr vorherrschend gewesen. Laut Menzel und Co. sei die steigende CO2-Belastung in der Luft die wahrscheinlichste Ursache für die steigende Pollenkonzentration.
Laborversuche und einige Freilandstudien hätten gezeigt, dass ein höherer Kohlendioxidgehalt das Pflanzenwachstum und damit die Pollenproduktion beschleunigen könne. Außerdem sorgten mildere Temperaturen und eingebrachte Pflanzenarten für eine längere Pollenflugzeit. Trotz der insgesamt höheren Werte im urbanen Raum gebe es auch für die Bewohner der ländlichen Gebiete keine Entwarnung: "Wir finden in städtischen Gebieten bereits heute die Bedingungen vor, die wir künftig ebenfalls für ländliche Gegenden erwarten."
Allerdings: Nicht allein die Menge der Pollen sei für die Abschätzung künftiger Allergiebelastungen entscheidend, denn der Blütenstaub sei nur der Träger von allergiefördernden Substanzen. Die Freisetzung von Pollen schwanke von Jahr zu Jahr; zudem gebe es Unterschied zwischen Allergenen in städtischen und solchen in ländlichen Gebieten. Detaillierte Forschungsergebnisse sollen demnächst vorliegen. Trotzdem gebe es keinen Grund zur Freude: "Der Blick in die Klimazukunft fällt nicht nur für Stadtbewohner unerfreulich aus", so die Wissenschaftler.
