08.05.2012
Demnach können ungesunde Kohlenhydrate (zum Beispiel Zucker), ungesättigte Fettsäuren und Geschmacksverstärker für die Verkleinerung bestimmter Hirnregionen zuständig sein. Ein Forscherteam um Antonio Convit vom Nathan Kline Institute für Psychiatrieforschung in New York wies in Untersuchungen nach, dass bestimmte Belohnungs- und Appetitzentren im Großhirn von übergewichtigen Menschen kleiner sind als bei normalgewichtigen Menschen. Darüber hinaus wiesen die examinierten Hirne Schäden auf, die durch akute Entzündungsprozesse weiter zunehmen.
Im Mandelkern der untersuchten Gehirne ließ sich mit zunehmendem Gewicht immer mehr Wasser finden, welches die Nervenzellen schädigt. Und auch höhere Konzentrationen des entzündungsfördernden Eiweißes Fibrinogen bei einem gleichzeitig kleineren Stirnlappen wurden in den Körpern der Übergewichtigen nachgewiesen.
Wichtig ist diese Beobachtung vor dem Hintergrund, dass Stirnlappen und Mandelkern im Gehirn für emotionale Entscheidungen, Gefühle und unter bestimmten Umständen auch für Suchtsymptomatiken zuständig sind. Neben Appetit und Essverhalten regulieren sie auch die Entscheidungsfindung und die Risikoabwägung. Teenager verändern ihr allgemeines Essverhalten, das sich teilweise in ungezügelter Nahrungsaufnahme äußert, beispielsweise aus dem Grund, dass in diesem Lebensalter ein Umbau in Mandelkern und Orbitofrontalkortex erfolgt.
Ungünstig aus Sicht der Betroffenen ist der Umstand, dass die Denkleistung aufgrund ungesunder Fast-Food-Ernährung schon beeinträchtigt worden sein kann, bevor die Folgen dieser Ernährung sich in Übergewicht manifestieren. Dennoch gibt es Sicht der Forscher auch dann noch die Möglichkeit, zerebrale Schäden wieder rückgängig zu machen – mit Hilfe gesunder und ausgewogener Ernährung.
