13.02.2012
Die Wissenschaftler der University of California um Robert Lustig sehen diese Strategie als notwendig an, um den Konsum von Sacchariden einzudämmen. Auf der Wissenschafts- und Medizinseite www.nature.com fordert Lustig grundlegende Veränderungen in der öffentlichen Verhaltensweise. Neben einer Abgabe auf die erwähnten Produkte müssten die Regierungen zudem den Verkauf von süßen Lebensmitteln und Getränken während der Schulstunden einschränken. Kindern unter einem bestimmten Alter solle der Verzehr sogar ganz verwehrt bleiben.
Laut Lustig entspricht Zucker allen Kriterien für eine gesellschaftliche Intervention, die auch gegenüber Alkohol und Rauchwaren angewendet wird. Der US-Wissenschaftler rechnet daher zunächst mit massiven Kämpfen gegen die Zucker-Lobby. Vor dem Hintergrund, dass Alkohol- und Rauchverbote zunächst ebenfalls heftig diskutiert wurden, heute aber als selbstverständlich angesehen werden, bleibt er jedoch zuversichtlich. So hofft er, den ständig steigenden Zuckerkonsum zu begrenzen – In den letzten 50 Jahren hat sich der Zuckerverbrauch weltweit verdreifacht.
Andere Experten halten die Besteuerung bestimmter Lebensmittelprodukte für durchaus sinnvoll, immerhin gibt es in Dänemark und Ungarn bereits eine Steuer auf gesättigtes Fett und in Frankreich eine Abgabe auf alkoholfreie Getränke. Peter Scarborough von der University of Oxford verweist jedoch darauf, dass nicht nur eine Art von Lebensmitteln besteuert werden sollte. Sonst könne es dazu führen, dass weniger Obst und Gemüse gekauft werde, um das Geld für andere Einkäufe zu sparen. Er hält ein ganzheitlicheres Besteuerungskonzept für angebracht: "Gibt es Steuern auf Fett, Salz und Zucker in Kombination mit Förderungen für Obst und Gemüse, dann ernähren sich die Menschen gesünder."
