16.01.2012
Kite Snowboarden: Das Besondere am Kite-Snowboarden ist die Vermischung von Wintersport und Flugsport. Kite Boarder lassen sich von einem Lenkdrachen ziehen und können dank diesem spektakuläre Sprünge in bis zu zehn Meter Höhe vollführen - klar, dass hier einiges schief gehen kann. „Kite Snowboarden ist mit Sicherheit sehr attraktiv, aber gehört auch zu den Trendsportarten mit den schwerwiegendsten Verletzungen“, so Dr. Thorsten Schache, Unfallchirurg und Orthopäde an den Kreiskliniken Darmstadt Dieburg. „Dazu zählen neben komplizierten Trümmerbrüchen im Knie- und Beinbereich auch Rippenbrüche und Prellungen sowie bisweilen sogar Schädelfrakturen.“ Vorkenntnisse im Windsurfen oder Paragliding sind daher Pflicht, auch das Snowboardfahren sollte einwandfrei beherrscht werden. Außerdem wichtig: Qualitativ hochwertige Ausrüstung sowie ein intensiver Vorbereitungskurs.
Snow Biking: Das Snowbike ähnelt mit Lenker und Sitzbank einem Fahrrad, besitzt aber einen entscheidenden Unterschied: Statt Rädern hat das Gefährt zwei Kufen. Zwei zusätzliche Kurz-Ski schnallt sich der Fahrer unter die Füße. Der Umstieg ist laut Hersteller problemlos, wenn man das Fahrradfahren perfekt beherrscht. Gerade Menschen mit Rückenproblemen sollten sich laut Dr. Schache jedoch nicht übernehmen: „Die Belastungen für die Wirbelsäule sind nicht zu unterschätzen, denn auch auf holprigen Pisten bleibt der Snowbiker im Sattel sitzen, um sein Gefährt sicher steuern und bremsen zu können.“ Ein weiteres Problem stellt die fehlende Bremse dar: „Verliert man die Kontrolle und stürzt, ist oft das Snowbike im Weg. Die Folge sind nicht selten Mehrfachverletzungen der Hände, Arme und Beine und komplizierte Wirbelkörperfrakturen.“ Für rückenschonenden und vor allem sicheren Fahrspaß empfiehlt der Experte, beim Kauf eines Snowbikes auf hochwertiges und vollgefedertes Material zu achten. In jedem Fall ist ein Helm anzuraten.
Freestyle Ski: In eigens angelegten Fun-Parcours jagen Freestyle-Skifahrer mit hohem Tempo Buckelpisten und steile Schanzen hinunter. Die Sprungvariationen sind spektakulär und höchst anspruchsvoll, daher eignet sich dieser Sport ausschließlich für erfahrene und trainierte Skifahrer. „Gerade das Springen erhöht die Verletzungsgefahr erheblich. Oft sind Arme, Schultergelenk und der Rücken von Verletzungen betroffen“, so Dr. Schache. „Bei Skifahrern ist besonders das Kniegelenk gefährdet. Es ist sehr empfindlich gegenüber Drehbewegungen, wie sie bei den Tricks auftreten. Gelenkkopf, Sehnen und Knorpel des Knies können die Freestyle-Skifahrer am besten durch ausreichende Stützmuskulatur schützen. Krafttraining und ausreichend Erwärmung sind deshalb wichtig, um Gelenkverletzungen mit langer Genesungsdauer oder mitunter auch ein dauerhaft beeinträchtigtes Gelenk zu vermeiden.“ Gerade an Gelenken sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sturzverletzungen zu vorzeitigem Gelenkverschleiß führen könnten.
Schlittenfahren: Der Evergreen des Wintersports. Alt wie Jung flitzt begeistert steile Hänge hinunter. Die Vorteile gegenüber dem Ski- oder Snowboardfahren liegen im geringeren Preis des Equipments und der einfachen Erlernbarkeit. Trotzdem gibt es auch hier einiges zu beachten. Einmal in Fahrt, werden Bodenunebenheiten ungefiltert an den Bewegungsapparat weitergeleitet, Stauchungen und Prellungen können die Folge sein. Eine umsichtige Fahrweise ist daher besonders Kindern und älteren Menschen zu empfehlen. Das Bremsen mit ausgestellten Füßen könne zudem zu Sprunggelenksverletzungen führen, meint Dr. Schache. „Die Weber-B-Fraktur, ein Knöchelbruch, der in der Regel operativ behandelt werden muss, ist eine häufige Schlittenverletzung.“ Wie beim Snow Biking sollte auch bei Schlittenfahren ein Helm getragen werden. Zudem sorgt eine Schutzbrille für den nötigen Durchblick und festes und hohes Schuhwerk für eine Entlastung der Füße beim Bremsen und Steuern.
Schneeschuhwandern: Das Schneeschuhwandern ist im Vergleich zu den vorigen vier Trendsportarten die risikolosere Variante. Bereits eine 15 Zentimeter hohe Schneedecke ist für die Wanderung ausreichend – nach oben hin gibt es keine Grenze. Wichtig ist es hier besonders, die eigene Ausdauer richtig einzuschätzen. Dr. Schache: „Das Laufen im Schnee ist trotz der großen Schneeschuhe anstrengender als das Wandern im Sommer. Wählen Sie am Anfang kurze Distanzen, um sich nicht zu überlasten.“ Kombiniert man das Schneeschuhlaufen mit Stöcken, verteilt sich das Gewicht schonender auf Arme und Beine. Für Nordic Walker bietet diese Sportart die Möglichkeit, ihr Training auch in den Wintermonaten fortzuführen.
