26.04.2012
Das Fahrrad ist in Münster das meistgenutzte Verkehrsmittel
Täglich sind mehr als 100.000 Menschen mit dem Rad unterwegs, es gibt sogar doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner: rund 500.000 Stück! Viele Münsteraner besitzen ein Sommer- und ein Winterrad.
Pro Tag werden in der Stadt über 400.000 Wege, das sind über 37%, mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Der Straßenverkehr hat sich längst angepasst:
300 km zählt das gut ausgebaute Radwegenetz, die Wege sind meistens knallrot markiert, es gibt Verkehrsschilder, Ampeln und sogar Fahrradschleusen extra für Radler, die es ihnen ermöglichen, sich an der roten Ampel vor den Autofahrern zu positionieren.
Die wichtigsten Punkte der Stadt (Uni, Schloss, Aasee, Zentrum und Hauptbahnhof) sind über die rund 4,5 km lange Promenade, den autofreien Verteilerring rund um Münster, sehr gut zu erreichen. Sie ist wie eine kleine "Autobahn für Radfahrer", wobei an jeder kreuzenden Straße entweder Ampelsignale beachtet müssen oder Vorfahrt gewährt werden muss.
Am Hauptbahnhof findet sich auch die größte Radstation Deutschlands: Sie bietet preiswerte Parkplätze für 3300 Fahrräder, einen Werkstatt-Service, einen Fahrradverleih und sogar eine Fahrrad-Waschanlage.
Beamte auf dem Fahrrad, kein seltenes Bild in Münster
Auch die Polizei hat sich angepasst: Sie kontrolliert quasi "auf Augenhöhe", ob alle Verkehrsregeln eingehalten werden und ob die Radler sich auch auf straßenverkehrstüchtigen Leezen bewegen.
Genau dies sind nämlich zwei der Probleme, die die große Beliebtheit des Fahrrads in Münster mit sich bringt.
An 9-12% aller Unfälle sind Fahrradfahrer beteiligt. Unfallursachen sind z.B. die Benutzung der falschen Fahrbahn, Alkohol, die respektlose Fahrweise, Nichtbeachtung von Vorfahrt und Ampeln sowie das Fahren im Dunkeln ohne Beleuchtung.
Durch gezielte "Licht-Kampagnen" sollen die Fahrradfahrer zumindest für dieses Problem sensibilisiert werden.
Ein großes Problem:Diebstahl
Bezogen auf 100.000 Einwohner wurden in Münster 2010 über 1828 Fahrräder gestohlen. Wiedergefundene Fahrräder können in der Fundfahrradstation abgeholt werden, Versteigerungen von nicht abgeholten Rädern finden regelmäßig statt.
Dennoch ist das Fahrrad in Münster die preiswerteste und schnellste Methode, an sein Ziel zu kommen. Viele Teile der Innenstadt sind komplett für Autos gesperrt oder bieten nur eine sehr begrenzte Anzahl von kostenlosen Parkplätzen - wenn überhaupt. Lediglich ein gutes Fahrradschloss sollte man immer dabei haben.
Die Stadt selbst ist vollends auf Fahrradfahrer ausgerichtet und eingestellt. Viele Einbahnstraßen oder sogar Fahrradstraßen laden dazu ein, von vier auf zwei Räder umzusteigen. Es gibt Bike-and-Ride-Angebote an Bus- und Bahnhaltestellen. Nicht umsonst wurde Münsters Fahrradfreundlichkeit bei Tests vom ADFC und ADAC 2003, 2004 und 2005 also mit Bestnoten bewertet.
Aber auch im Umland hat Münster für Fahrradfahrer einiges zu bieten:
Ob es die 100-Schlösser-Route ist, Radreisen auf den Spuren der Annette von Droste-Hülshoff oder eine gemütliche Tour entlang der Flüsse Werse und Ems - durch die wenig hügelige Landschaft und viele Rad- oder Feldwege auch außerhalb wird jede Fahrradtour im Münsterland zum Hochgenuss.
Wohin verschlägt es Sie das nächste Mal?
