18.06.2013

Martin Henning

Radfahren - Allroundmittel für die Gesundheit

Martin Henning

Radfahren - Allroundmittel für die Gesundheit

19.10.2011

Wer sich Radrennen im Fernsehen anschaut, mag aufgrund der Statur vieler Profis davon ausgehen, dass Radfahren zwar gut für die Kondition, aber nicht zum Muskelaufbau geeignet ist. Tatsächlich stimuliert Fahrradfahren jedoch einen Großteil unserer Muskeln. Welche Bereiche trainiert werden, wie sich das Treten in die Pedale auf die Organe auswirkt und wann Sie zum Fahrrad greifen sollten, erfahren Sie hier.

Allgemein herrscht die Annahme, dass Fahrradfahren lediglich die Beine trainiert. Doch das ist ein Irrtum. Regelmäßiges In-die-Pedale-Treten kann, sofern es richtig ausgeführt wird, fast die gesamte Körpermuskulatur beanspruchen. Neben der Beinmuskulatur erfahren auch die Rumpfmuskulatur, die hauptsächlich bei der Abfederung von Erschütterungen tätig ist, und die Schulter-Arm-Muskulatur, die den Körper am Lenker abstützt, Stimulationen. Durch regelmäßiges Training bilden sich in den beanspruchten Muskelpartien neue Blutgefäße, was die Durchblutung und letztlich auch die Leistungsfähigkeit der entsprechenden Muskeln merklich erhöht.


Auch das Herz wird durch Radfahren positiv beeinflusst. Während Untrainierte einen Ruhepuls von etwa 60 bis 70 Schlägen pro Minute haben, schlägt das Herz von Freizeitfahrern im Durchschnitt 10 Mal weniger. Der Grund: Das Herzminutenvolumen steigt gleichzeitig an, im Extremfall von 16 auf bis zu 40 Liter. Das bedeutet, dass das Pumporgan mit jedem Schlag deutlich mehr Blut transportieren kann. Der Pumpvorgang wird also ruhiger, der Blutdruck sinkt und somit auch das Herzinfarktrisiko - eine US-Studie besagt, dass drei bis vier Mal Fahrradfahren pro Woche das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um bis zu 64 Prozent senken kann. Außerdem flexibilisieren sich die Gefäße und das Risiko einer Arterienverkalkung wird geringer.

Mehr Sauerstoff, weniger Fett

Gleichzeitig steigt die Lungenvitalkapazität. Weil sich Lungenvenen und Arterien weiten, kann man effektiver atmen und mit einem Atemzug mehr Sauerstoff aus der Luft aufnehmen. Auch das Immunsystem stärkt sich, vorausgesetzt, man ist in der Natur und nicht im überfüllten Stadtzentrum unterwegs. Fresszellen, sogenannte Phagozyten, mobilisieren sich bereits nach kurzer Fahrzeit. Sie sind dafür verantwortlich, dass Bakterien und Tumorzellen beseitigt werden (weswegen die Methode auch häufig bei Aids- und Krebspatienten zu Therapiezwecken eingesetzt wird). Der Effekt ist dabei größer, wenn mit niedriger Intensität gefahren wird.

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Auch auf psychischer Ebene profitieren die Biker. Fahrradfahren führt zum Abbau der Stresshormone Adrenalin und Cortisol und setzt das Glückshormon Endorphin frei. Die entspannende Wirkung wirkt sich auch auf den Alltag aus – Radler sind in der Regel selbstbewusster und schlafen besser. Nicht zuletzt ist es eine Alternative für Kalorienjäger. Bei 20 km/h verbrennt der Körper rund 500 Kalorien pro Stunde. Durch die Ausdauerbelastung setzt der Organismus das Wachstumshormon HGH frei, welches den Fettstoffwechsel vorantreibt. Gleichzeitig steigt durch wachsende Muskeln der Grundumsatz des Körpers, was gleichsam die Fettverbrennung ankurbelt.


Was Fahrradfahren von allen anderen Sportarten unterscheidet, ist die Ökonomik der Kraft. Da bereits mit relativ wenig Anstrengung Erfolge erzielt werden können, ist das Radeln vor allem bei älteren Menschen oder Personen, die lange keinen Sport betrieben haben, beliebt. Ein weiterer Grund ist, dass beim Radfahren 70 bis 80 Prozent des Körpergewichts auf dem Sattel lasten, was sich positiv auf Knochen und Gelenke auslöst und Osteoporose vermeidet.

Was Sie beachten sollten

Damit das Fahrradfahren zum ungetrübten Vergnügen wird, haben wir noch einige Tipps, die Sie beachten sollten:

  1.  Stellen Sie Ihr Rad vor Fahrbeginn richtig ein. Sitzhöhe, Lenker und Sattel sollten Ihrem Fahrstil angepasst sein. Achten Sie außerdem auf eine ergonomische Haltung. So verhindern Sie Verspannungen und Rückenprobleme.
     
  2. Die Trainingsmethode hängt vom gewünschten Trainingseffekt ab. Für eine Zunahme der Kraft und der Beinmuskeln empfehlen sich hohe Gänge mit niedriger Trittfrequenz bei sitzender Ausführung. Die Lance-Armstrong-Methode, nämlich hohe Trittfrequenz bei niedrigem Gang und stehender Ausführung, fordert eher das Herz-Kreislauf-System, während die Muskulatur geschont wird.
     
  3. Beim Sport geht eine größere Menge an Mineralien und Flüssigkeit über den Schweiß verloren. Nehmen Sie sich also am besten eine Trinkflasche mit einem mineralstoffreichen Getränk mit.
     
  4. Auch wenn es blöd aussehen mag: Tragen Sie einen Helm. Zwar sind Todesfälle eher selten, aber 80 Prozent davon entfallen auf Kopfverletzungen, die durch das Tragen eines Kopfschutzes verhindert werden können. Nehmen Sie sich dabei ein Vorbild an den Radrennprofis - Die tragen auch alle einen.


Zusammenfassend kann man sagen, dass Radfahren zwar keine Alternative zum Bodybuilding ist, sich aber als Mittel zur Straffung und Kräftigung gut eignet. Es hebt die Laune und erleichtert den Organen die Arbeit. Außerdem freut sich neben ihrem Körper noch jemand ganz besonders darüber, dass Sie das Fahrrad benutzen: Die Natur. 

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