18.08.2011
Jeder weiß, der Marathon ist ein Lauf über 42km, dessen Name in der griechischen Mythologie begründet liegt. Doch nur wenige wissen, welch Anstrengung allein das Training für einen solchen Mammut-Lauf ist.
Manche Menschen empfinden ja schon 42km Autofahren als anstrengend und könnten sich niemals vorstellen, diese Strecke zu Fuß, geschweige denn joggend zurückzulegen.
Auch Robert H. aus Düsseldorf gehörte einmal zu diesen Menschen. Er hatte bereits etwas Erfahrung mit dem Training im Fitness-Center und vor Jahren auch schon einmal einige Kilometer an einem Stück auf dem Laufband zurückgelegt. Aber eine Marathonstrecke hatte er noch nie geschafft und auch nie wirklich angepeilt. Dennoch empfand er den Auftrag seines Chefredakteurs als sehr interessant und nahm die Herausforderung an – als ob er eine Wahl gehabt hätte.
Die ersten Schritte von ca. 42000
Wo beginnt man also mit dem Training für einen Lauf, den die meisten Menschen nur aus dem Fernsehen kennen? Zunächst mal ging Robert in ein Düsseldorfer Sportgeschäft und kaufte sich gute Laufschuhe – eine der Grundvoraussetzungen für das Lauftraining. Ein guter Sportartikelanbieter bietet gleich auch noch die professionelle Videoanalyse der Fußstellung an und wählt anhand dessen die idealen Schuhe aus. Gerade hier wollte Robert H. auf keinen Fall sparen und das war auf jeden Fall richtig so!
Als nächstes Stand die Wahl einer Laufstrecke an. Der Park um die Ecke bot sich an. Mit seinen neuen Schuhen ging Robert noch am selben Tag in den Park und versuchte eine halbe Stunde zu joggen. Im Park war an diesem Sommertag viel los, das gestaltete das Laufen etwas unterhaltsamer. Doch allzu lang hätte er sich ohnehin nicht langweilen müssen, denn nach 20 Minuten war es bereits vorbei mit der Kondition – frustriert ging Robert zurück nach Hause.
Als er das am nächsten Tag in der Redaktion berichtete, fanden Roberts Kollegen das lustig und schlossen erste Wetten auf sein Scheitern ab. Das war zwar nicht nett, aber eine gute Motivation! Robert beschloss, noch mehr Menschen von dem Marathon zu erzählen. ‚Je mehr etwas von mir erwarten, desto weniger will ich sie enttäuschen’, dachte Robert.
Durch kleine Teilerfolge zum großen Sieg
Er merkte schnell, dass sein Körper dankbar für die Bewegung war und dass er sich von Mal zu Mal steigerte. Verspürte Robert nach den ersten Trainingsläufen noch Muskelkater, konnte er nun schon jeden Tag laufen gehen – und das war auch gut so, denn es waren nur noch 8 Wochen bis zum Startschuss in Köln.
Robert ging in den folgenden Tagen und Wochen systematisch vor: Er änderte seine Ernährung auf FDH, kombiniert mit kohlenhydratloser Zeit, sowie Alkohol- und Nikotinverzicht. Er hatte mit Hilfe einer Online Landkarte herausgefunden, dass eine Runde im Park genau 1 Kilometer lang ist. So hatte er beim Laufen immer kleine Teilerfolge. Einmal traf er sich zum Laufen mit einem Freund. Der gab ihm gute Tipps zur Atmung. Zum Geburtstag hatte er Pulsband und Laufuhr bekommen, sowie luftdurchlässige Shirts und eine richtige Laufhose.
Ruck zuck machte er riesige Fortschritte im Training und meldete sich spontan für einen Halbmarathon in einer Kleinstadt in der Umgebung an. Vier Wochen vor dem großen Tag hatte Robert auf den letzten 5 Kilometern des Halbmarathons so seine Probleme. Dies und die wachsende Spannung auch unter den Kollegen und Freunden ließen Robert noch mehr beißen im Training. Der Halbmarathon war ein guter Gradmesser und ein Lauf unter Wettkampfbedingungen – wirklich zu empfehlen.
Noch zwei Wochen bis zum Lauf
In den Trainingseinheiten läuft man nie die volle Distanz des Marathons. Die 42km sollen eine einmalige Leistungsspitze sein, vor allem, wenn man Roberts Voraussetzungen mit auf die Laufstrecke bringt: Noch immer hatte er mit 90kg eigentlich Übergewicht, ein Arzt hatte ihm sogar abgeraten, den Lauf zu machen, wegen seiner Knie. Noch immer gab es Tage, an denen er selbst nach 10 Kilometern schon aufgeben musste, noch immer fühlte Robert sich nicht ganz bereit für den Lauf aus der Antike.
Er hatte längst alles abgesetzt, Zigaretten, Alkohol, sogar Kaffee. Er und sein Körper konzentrierten sich jetzt nur noch auf das Training. Täglich ging Robert jetzt laufen, immer mindestens 15km, einmal auch 35.
Dann war es soweit: Morgens um 8:00 Uhr fuhr Robert mit dem Auto nach Köln – die Marathonläufer starten gleich nach den Halbmarathonläufern. Robert wollte keine halben Sachen machen, er hatte sich noch mal zusätzliche Ausrüstung gekauft, mit einem Power Riegel, einem isotonischen Getränk und Muskelsalbe.
Der Trubel am Wettkampfort war riesengroß. Zum Parken wurde das Messegelände Köln-Deutz genutzt, tausende Menschen tummelten sich am Start- und Zielpunkt. Robert war aufgeregt und wollte jetzt endlich starten.
Lauf, Robert, lauf
Um 10:00 begann der Lauf – Robert war froh. Es dauert, bis sich der lange Tross vollständig in Bewegung gesetzt hatte. Irgendwann hatte er seinen Rhythmus erreicht und richtete sich auf vier gemütliche Stunden joggen ein – das war Roberts Wunschzeit.
Am Streckenrand gab es neben Tischen mit Getränken und zahllosen Zuschauern immer auch diese Kilometerschilder – wieder konnte er die einzelnen Kilometer zählen, wie auf seiner Trainingsstrecke im Park. Das half ihm. Ebenso die Freunde und Kollegen, die auf der Mitte der Strecke auf ihn warteten und ihn mit selbst gebastelten Schildern anfeuerten.
Und dann der Schock: Nach 30 Kilometern hatte Robert einen Wadenkrampf! Anhalten – eigentlich der Super-Gau bei einem Marathon. Er stretchte sich an einer Laterne und hoffte das Beste. Langsam ging es weiter – noch 12 Kilometer.
Drei Kilometer vor dem Ziel spendete er zwei Euro als er am Fuße des Kölner Doms über eine grüne Matte lief und das 39km Schild passierte. Sein Körper schüttete Adrenalin aus und Robert gab noch mal alles. Und tatsächlich: Auch 42km gehen irgendwann zu Ende!
Robert war glücklich und stolz. Eingewickelt in eine goldene Folie (Wärmedecke) schob er sich, wie Tausende andere Läufer, in Richtung Ziel-Dorf. Dort warteten seine Freunde und Kollegen, viel Bewunderung und ein gratis Weizenbier auf ihn. Das Bier lehnte er ab.
Und was ist hinterher gelaufen?
Natürlich verpackte Robert H. aus Düsseldorf seine Reise nach und durch Köln in einen netten Bericht und gab wichtige Tipps für alle, die es ihm nach tun wollen.
Schuhe, die richtige Ernährung und ein straffer, systematischer Trainingsplan sind notwendig, wenn man einen Marathon laufen will. Robert hat alles gut gemacht, den Lauf bewältigt und nebenbei noch sehr viel für seine Gesundheit getan.
Auch Sie können es so gut machen wie Robert! Das Einzige, was Sie vielleicht besser machen können, ist, sich etwas mehr Zeit zu lassen ;)